Berichte 2007

 

Spartathlon von Athen nach Sparta 246km, Griechenland

Vor 25 Jahren las der Britischer RAF Wing Commander John Foden über den historischen Lauf eines Boten von Athen nach Sparta las. Er und seine Soldaten liefen das erste Mal die Strecke nach. Dabei ahnte keiner welchen Kult sie damit auslösten. Aus den 45 Starten von 1983 wurden über 330 in diesem Jahr.

Anreise der Athleten ab Mittwoch früh. Nachdem ich schon zwei Tage vorher nach Griechenland geflogen war, um etwas Sightseeing und einen kleinen Rundwanderweg auf Ägina zu machen, war ich mit einer der Ersten im London Hotel. Dieses war vom Flughafen optimal mit dem Expressbus zu erreichen. Es lag direkt neben Hauptstrasse und Strand. Nachdem so viele Starter gemeldet waren, reichte das eine Hotel nicht aus und die restlichen Läufer wurden auf vier umliegende Hotels verteilt. Im London, in welchem ich untergebracht war, teilten sich immer vier Läufer ein Zimmer. Somit konnte die komplette LG Würzburg mit Udo Wegmann, Florian Reus und mir sich ein Zimmer teilen. Zu uns ins Zimmer kam noch ein Slowene. Recht vernünftig war bei der Einteilung durch das London, dass sie versuchten Läufer gleicher Nation zusammen zu legen. Donnerstagnachmittag fand das erste Briefing statt. Hier wurden speziell Änderungen in den Cut-Off-Zeiten angesprochen sowie allgemeine Regeln. Bis zum Beginn des Briefings mussten alle Dropbags für die Versorgungsstellen in die dafür aufgestellten Kartons eingeworfen worden sein. Nach einem ausführlichen Abendessen zog man sich bald zur Nachtruhe zurück. Denn die Nacht war kurz.

Frühstück gab je nach Hotel zu unterschiedlichen Zeiten. Die Zimmer mussten komplett geräumt werden. Dennoch gab es die Möglichkeit Gepäck im Hotel zu deponieren, um nicht alles nach Sparta mitnehmen zu müssen. Am Ende traf sich alles kurz vor 7 Uhr am Eingang zur Akropolis. Noch einige Fotoshootings und dann ging es los. Traditionell ab 7 Uhr bewegten sich Läufer in Richtung Sparta. Nur ein geringer Teil von ihnen wird die 246km lange Strecke zu Fuß beenden. Eine hohe Ausfallrate und heißes Wetter zählen hier als Standard. Sicher einer der Gründe weshalb dieses Rennen mit zu den schwersten und berühmtesten gehört. Durch die schweren Cut-Off-Zeiten werden die Läufer gezwungen schon von Beginn an ein hohes Tempo zu laufen. Von der Akropolis ging es die ersten 30km entlang der Autobahn aus Athen heraus. Nachdem wir Athen verlassen hatten führte die Strecke über die alte Bundesstraße nach Korinth. Dieses war wohl das idyllischste Stück. Ein kurzer Blick nach Links und die Küste Griechenlands und das Mittelmeer konnte bewundert werden. Bei den hohen Temperaturen sehnte sich sicher der ein oder andere danach einen kleinen Abstecher zum Baden machen zu können. Leider war hierfür keine Zeit. Nach 9:30 Stunden mussten die 81km nach Korinth absolviert sein. Hier gab es für alle die erste große Versorgungsstelle. Bis dahin war die Auswahl an Speis und Trank gering. Maracuja- oder Orangensaft, Cola, Wasser und einige kleine Snacks wurden den Läufern "serviert". Von Korinth an wurde die Auswahl etwas reichhaltiger. Speziell in der Nacht gab es noch Suppe, Reis, Yoghurt, Kaffe, Tee... Zwischen den Versorgungsposten mussten wir zwischen zwei und fünf Kilometer zurücklegen. Wobei man sich nicht voll auf die Angaben im Roadbook verlassen konnte. Der nächste markante Punkt des Rennens war der Sangas Pass. Nachdem es von Korinth an ins Landesinnere ging, vorbei am historischen Nemea, musste nun eine Bergkette überquert werden. Der Pass beinhaltete für viele wohl mehrere Schwierigkeiten. Zum einen war es ein reiner Geröllweg, auf welchem man bei Unachtsamkeit sehr schnell stürzen oder gar abstürzen konnte. Zum anderen vielen die Temperaturen extrem durch die Höhe. Selbst der Abstieg war nur mit äußerster Vorsicht zu absolvieren. Auf dem Geröll konnte man leicht ausrutschen. Bei 174km erreichten wir den nächsten großen Versorgungsposten. Von hier ab ging es noch bis Kilometer 200 über kleinere Landstraßen. Die letzten 40km nach Sparta wurden wieder auf Autobahn zurückgelegt. Bei Kilometer 200 ging es ca. 4km bergauf. Die nächsten 15km waren leicht wellig. Bevor es die letzten 18km bergab nach Sparta ging, musste noch ein kleiner Hügel überwunden werden. Die letzten 40 bis 50km absolvierten die meisten Läufer am Tag. Das bedeutete wieder gnadenlose Hitze. War am Vortag um ca. 11 Uhr eine Temperatur von 36°C auf einer Tankstellenseule angezeigt worden, so war es am zweiten Tag um einiges wärmer. René Stroßny und ich hatten uns nach 120km getrennt gehabt. Jedoch am Sangas Pass trafen wir uns wieder. Von hier ab liefen wir wieder gemeinsam weiter. Ca. 20km vor Sparta trafen wir auf Oliver Leu an einer Versorgungsstelle. Diesen zogen wir von hier ab mit. Zeit spielte nun keine Rolle mehr. Nur noch das Ankommen. 2km vor dem Ziel kamen Marika Heinlein und Franz Urbanich, ein Österreicher, von Hinten. Auch diese schlossen sich uns an. Auf der Zielgeraden erwarteten uns bereits Betreuer, Finisher und jene, welche vorzeitig das Rennen beenden mussten.

An der Statue des Leonidas angekommen, vollzog ein jeder das übliche Ritual. Nach abklatschen oder auch abküssen des Fußes der Statue wurde den Läufern eine Schale mit Wasser gereicht. Nach einem erfrischenden Schluck bekamen wir den Lorbeerkranz aufgesetzt. Nun gab es noch ein Glasbild sowie ein T-Shirt. Ein kleines Extra bedingt durch das 25jährige Jubiläum. Während der kompletten Zeremonie blitzte es von überall aus den Fotoapparaten.

Nächste Station war das Sanitätszelt. Hier wurde jeder Finisher, schaffte er es nicht geschickt sich vorbeizumogeln, ärztlich durchgecheckt. Es wurden die Füße gewaschen und die zugezogenen Blessuren behandelt. Sobald man das „OK“ vom Arzt bekam, durfte man das Taxi zum Hotel nehmen. Für die 150m sicherlich nicht für jeden notwendig. Dort musste man noch einchecken und sein Gepäck holen. Nun hatte man, je nachdem wie lange man brauchte, Zeit um sich auszuruhen. Gegenstände, welche auf den Versorgungsstellen gelassen worden waren, konnten in einer Turnhalle abgeholt werden.

Ab 19 Uhr gab es Abendessen und danach, um 20 Uhr, wurden auf dem Marktplatz von Sparta die ersten drei Männer und Frauen geehrt. Alle Finisher durften auf der errichteten Tribüne platz nehmen. Zuerst wurden alle Anwesenden begrüßt und die Historie des Spartathlons erzählt. Nun kam ein junger Läufer mit der traditionellen Fackel, um das „olympische“ Feuer zu entfachen. Daraufhin wurden alle Finisher mit Nationalität verlesen. Jetzt wurde den ersten Drei ihre Preise überreicht. Ihr Fahnen wurden gehisst und die Nationalhymnen gespielt. Die Siegerehrung endete mit einem prächtigen Feuerwerk gegen 22 Uhr.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wurden wir ins Kino gefahren. Dort wurde der neue Film „300“ über die Schlacht bei Thermopylen vorgeführt. Er handelte über die 300 Spartaner, welche in dieser das Perserreich in Schach halten sollten. Die meisten jedoch nutzten lieber die Zeit, um etwas in einem Café zu entspannen. Vom Kino aus ging es weiter zum Mittagessen mit dem Bürgermeister. Dies fand in einem Restaurant außerhalb von Sparta statt. Nach dem Mittagessen fuhren die Busse zurück nach Athen. Dort mussten die Läufer erneut in ihre Hotels einchecken. Dies war nötig, nachdem die Hotels die Zimmer, während des Laufes anderweitig nutzten. Hier gab es bei einigen etwas Schwierigkeiten. Ein Teil des Gepäckes wurde aus unerklärlichen Gründen von einem Hotel in ein anderes transportiert. Zum Glück waren diese nicht weit voneinander entfernt.

Das Kulturprogramm für Montag entfiel. Stattdessen hatte man Zeit alleine in die Stadt zu fahren, an den Strand zu gehen oder einfach im Zimmer abzuspannen. Abends wurden wir zum Hotel Titanic gefahren. Hier fand die Siegerehrung für alle Finisher statt. Jedem Läufer wurde seine Urkunde und eine Medaille übergeben. Abschließend wurde das Buffet eröffnet. Es wurde bereits während der Siegerehrung in Sparta erwähnt, dass diese etwas bescheidener ausfällt. Grund waren die vor wenigen Wochen wütenden Waldbrände in Griechenland. Als ich vor sieben Jahren beim Spartathlon war, wurde die Siegerehrung auch in kleinem Kreise abgehalten. Damals war das große Fähreunglück in Griechenland bei dem hunderte Menschen starben. Die damalige Siegerehrung fand in dem Hotel statt, in dem wir untergebracht waren. Nach dem Abendbuffet damals wurde die Tanzfläche geöffnet. Es hatte jeder die Möglichkeit so lange zu feiern wie er wollte. In meinen Augen ein schönerer Abschiedsabend. Denn am nächsten Tag stand „Abreise der Athleten“ auf dem Programm und der Spartathlon war somit beendet.

Zusammengefasst ein sehr schönes Erlebnis und eine tolle Veranstaltung. Die Startkosten sind dabei minimal zu dem, was den Läufern geboten wird. Ob es dazu reicht, dass man jedes Jahr erneut hinfährt, muss jeder selbst entscheiden.

Männer:   Frauen:
Platz Name Vorname Zeit Platz Name Vorname Zeit
1 Scott Jurek 23:12:14 1 Akiko Sakamoto 31:09:24
2 Piotr Kurylo 24:29:41 2 Vrigitte Bec 31:56:03
3 Valmir Nunes 25:37:40 3 Kimie Noto 32:11:05
64 Koch Rainer 34:30:57  

Bildergallerie <1>   <2>  <3>  <4>  <5>  <6>  <7>  <8>  <9>  <10>  <11>  <12>  <13>  <14>  <15>  <16>  <17>  <18>

Homepage des Veranstalters

Ergebnisse des Veranstalters

Teilnehmer

Strecke

Zeitungsbericht 1

Zeitungsbericht Mainpost

Bericht der DUV 04/07

Participants and finisher broshure