| Berichte 2026 | ||
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Die Einladung zum ersten Last Legs Ultra in Würzburg kam direkt vom Veranstalter Last Legs Ultra Würzburg beziehungsweise von Jörg Schweighöfer selbst. Ein Backyard Ultra direkt am Main, neues Event, spannendes Konzept – da musste man eigentlich zusagen. Zwei Wochen vor dem Rennen gab es bereits einen kleinen Vorgeschmack: Gemeinsam mit dem Marketingteam entstanden bei einem lockeren Interview einige Laufszenen zur Vorbereitung. Damals war die Vorfreude groß, auch wenn noch niemand wusste, wie lang der Tag – oder besser gesagt die Nacht – tatsächlich werden würde. Am Lauftag ging es morgens entspannt mit dem Wohnmobil Richtung Würzburg. Vor Ort herrschte trotz Wettkampfstimmung eine erstaunlich lockere Atmosphäre. Erst einmal ankommen, aufbauen, alles vorbereiten und noch etwas entspannen, bevor um Punkt 12 Uhr die Glocke zur ersten Runde rief. Genau dieses besondere Backyard-Ultra-Prinzip machte den Reiz der Veranstaltung aus: 6,7 Kilometer pro Runde, jede volle Stunde ein neuer Start – so lange, bis nur noch ein Läufer übrig bleibt. Die Strecke führte direkt am Main entlang und bestand im Prinzip aus zwei kleineren Schleifen mit einem Hin- und Retourstück. Gelaufen wurde auf autofreien Wegen und gesperrten Radwegen rund um den Skatepark und die Mainwiesen. Die Runde war abwechslungsreich, schnell zu laufen und überraschenderweise nicht langweilig. Besonders beeindruckend war die Stimmung entlang der Strecke. Da das Rennen mitten am Feiertag stattfand, waren die Mainwiesen voller Menschen. Überall wurde gegrillt, gespielt oder einfach der Tag genossen. Schon nach wenigen Runden bildeten sich immer mehr kleine Grüppchen aus Zuschauern und Passanten, die applaudierten, Fragen stellten oder einfach nur ungläubig beobachteten, wie die Läufer Stunde um Stunde wieder an ihnen vorbeikamen. Genau diese Mischung aus Eventcharakter und Ultralauf machte den besonderen Charme des Tages aus. Die eigenen Rundenzeiten pendelten sich relativ konstant bei etwa 43 bis 45 Minuten ein. Dadurch blieb jedes Mal noch etwas Zeit zum Essen, Trinken, Umziehen oder einfach kurz zum Durchatmen, bevor erneut die Glocke ertönte. Gerade in der Nacht erwiesen sich diese kurzen Pausen als enorm wertvoll. Die Müdigkeit ließ sich dadurch erstaunlich gut kontrollieren, und körperlich lief es lange richtig stabil. Währenddessen wurde das Feld immer kleiner. Gegen Abend merkte man deutlich, wie viele Läufer bereits ausgestiegen waren. Typisch Backyard Ultra: Anfangs herrscht fast Volkslaufstimmung, später kämpfen nur noch wenige still gegen sich selbst und gegen die Uhr. Mit jeder Runde wurde die Atmosphäre ruhiger, konzentrierter und gleichzeitig intensiver. Bis in die frühen Morgenstunden hinein fühlte sich alles überraschend gut an. Doch irgendwann kamen Magenprobleme dazu. Essen wurde schwieriger, der Körper nahm kaum noch Energie auf, und damit wurde schnell klar, dass es keinen Sinn mehr machte, sich weiter durchzuschleppen. Nach 18 Stunden fiel schließlich die Entscheidung zum Ausstieg. Trotzdem blieb am Ende ein starkes Gefühl zurück. 18 Stunden Backyard Ultra bedeuten nicht nur viele gelaufene Kilometer, sondern vor allem eine lange mentale Reise zwischen Euphorie, Routine, Dunkelheit und Erschöpfung. Der erste Last Legs Ultra in Würzburg zeigte eindrucksvoll, wie besonders dieses Format ist – und warum Backyard Ultras aktuell so viele Läufer faszinieren. |
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